16 Tanz in Tracht

Heimat Österreich

Kutur und Landschaft: heute. gestern, morgen

IMMATERIELLES KULTURERBE

Seit 2009 sammelt und dokumentiert Clever Contents das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich Traditionen, Rituale, Feste sowie traditionelles Handwerk. Die Pflege und Erhaltung dieses Kulturerbes ist wesentlich für die nachhaltige Entwicklung der (ländlichen) Regionen – aufgrund seines Beitrages zur gesellschaftlichen Identität seiner Träger*innen und zur Charakteristik der jeweiligen kulturellen Räume. Zusätzlich sind viele dieser „Traditionen“ Grundlage für eine nachhaltige regionale Tourismusentwicklung.

„Heimat Österreich“ führt jeden Mittwoch um 20:15 Uhr in die schönsten Kulturlandschaften Österreichs. Aufwändig gestaltete Dokumentationen porträtieren lang gelebte Traditionen und Bräuche, erkunden beliebte Wallfahrtsorte und zeigen, wie Kultur und Natur im Herzen Europas ineinandergreifen.

Eine Produktion von Clever Contents GmbH in Partnerschaft mit dem Bundeskanzleramt und UNESCO

Genre | Dokumentation

Gestaltung | Martin Vogg

Länge | 10 Folgen a 45 Minuten

Produktionsjahr | 2019

Erstausstrahlung am 30. Oktober 2019 auf ORF III

Kontakt
Patricia Brunner
+43 676 596 1000

p.brunner@clevercontents.com

13 Alm
16 Tanz in Tracht
08 Kirchtagsbrauch Kirche
IKE Vulkanland Bulldogwirt
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IKE Vulkanland Name5
IKE Stanzertal Name15
IKE Stanzertal6
IKE Stanzertal Der Hirte Peter Erath nach dem Almabtrieb mit seinen jüngsten Kindern

Leben im Gailtal - Ein Film über Pferde, Almen und tradierte Kirchtagsbräuche

Heimat Österreich begegnet im Unteren Gailtal Menschen, die sowohl die Veränderungen im Alltag der Menschen anschaulich schildern als auch Zeugnis davon ablegen, dass sich das traditionelle Kirchtagsbrauchtum in den letzten 100 Jahren kaum verändert hat. Im Zentrum des Films steht der Kirchtag in Feistritz an der Gail, der jedes Jahr zu Pfingsten zahlreiche Schaulustige zum spektakulären Reiterbrauch des Kufenstechens anlockt.

Hoch über Hermagor auf der Eggeralm erzählt der Wanderführer Georg Jost, wie er schon als kleiner Bub Touristen ins Gebirge geführt hat, der Hüttenwirt Rudi Jank erinnert sich, wie man in der Früh das Wasser für den Tag ins Gasthaus auf der Alm tragen musste, und für den Landwirt Thomas Novak waren die Sommer auf der Alm als Kind ein einziges Abenteuer.

Unten im Tal war und ist der Kirchtag das große kulturelle Ereignis im Jahr. Milka Kriegl erinnert sich, wie die Kirchtage früher abgelaufen sind, wobei kaum Veränderungen festzustellen sind, wenn man das Kirchtagstreiben in Feistritz oder in einer anderen Untergailtaler Gemeinde verfolgt. Wichtig ist neben dem Gesang, über den der Gailtaler Liedersammler Franz Mörtl vieles zu berichten weiß vor allem die Tracht. Diese wird im Film nicht nur von der Schneiderin Diana Erat in ihrem Greißlereimuseum in Arnoldstein vorgestellt, sondern man kann auch am Beispiel von zwei jungen Gailtalerin sehen, welch großer Aufwand es ist, die Gailtaler Tracht anzulegen.

Auch der Höhepunkt jeden Untergailtalter Kirchtags, das Kufenstechen, kann man im Film ausgiebig bewundern, wobei historische Aufnahmen vom Feistritzer Kirchtag aus der Nachkriegszeit bestätigen, dass sich seit damals nichts verändert hat.

Das Leben im Vulkanland - Begegnungen mit Tradition und Genuss

Der Südosten der Steiermark erinnert sich seit einigen Jahren seines vulkanischen Ursprungs und hat sich deshalb die Bezeichnung steirisches Vulkanland gegeben. Diese landwirtschaftliche geprägte Region, in der Obst- und Weinbau von jeher eine große Bedeutung hatten, hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Viele Landwirte begannen sich auf die Qualität ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu besinnen und bieten nun äußerst erfolgreich hochwertige Weine, Säfte oder Fleischprodukte an. Viel zu diesem positiven Wandel hat die Wiederentdeckung der Korbflechterei beigetragen, die den Menschen das Zusammenspiel von Kultur und Natur vor Augen geführt hat.

In Heimat Österreich erzählen alte Korbflechter, von der Bedeutung der Weidenkörbe in vergangenen Tagen, und warum sie sich heute noch immer zusammenfinden, um Korbe und andere Gegenstände des täglichen Gebrauchs nach tradierten Techniken herzustellen. Es kommen aber auch Landwirte wie Toni Krispel zu Wort, der das Basaltgestein des Vulkanlandes nutzt, um sowohl seinem Speck als auch seinem Wein eine besondere Qualität zu verleihen. Auch wird der Frage nachgegangen, wie sich der Weinbau in der Region generell verändert hat, und was es mit dem Grauburgunder auf sich hat, auf den sich Winzer wie Ewald Tropper in den letzten Jahren spezialisiert haben.

Mit dem Wirten und Sammler Erich Wiedner rückt Heimat Österreich ein echtes Faktotum ins Bild. Wiedner, der nur als der Bulldogwirt bekannt ist, hat in den letzten Jahrzehnten rund um sein Wirtshaus zahlreiche Stadel errichtet, die er vollgeräumt hat mit Hausrat, Gerätschaften und anderen volkskundlichen Zeugnissen der Südoststeiermark. Wiedner erinnert sich aber auch an seine Mutter, die nach dem Krieg nach dem frühen Tod ihres Mannes den Betrieb couragiert alleine aufgebaut hat.

Mit Bernd Wieser kommt auch ein Ökologe zu Wort, der die Besonderheiten des Klimas hervorhebt, durch die nicht zuletzt viele Pflanzen- und Tierarten im Vulkanland heimisch sind, die man sonst nur am Balkan findet. Er verweist auch auf die Bedeutung der Wiederentdeckung des Korbflechtens in der Region, denn so bleiben die das Landschaftsbild prägenden Weiden in der Südoststeiermarerhalten.

Leben im Stanzertal - Ein Film über das harte Leben in den Bergen und der gerechten Teilung von Almen und Wasser

Das Stanzertal im westlichen Teil von Tirol ist vor allem durch den Skiort St. Anton berühmt, von dem aus der Arlberg touristisch erschlossen wurde. Heimat Österreich blickt hinter die Kulisse des Fremdenverkehrs und begegnet Menschen, die von den harten Rahmenbedingungen erzählen, in denen sie aufgewachsen sind. Von zentraler Bedeutung waren und sind in der Region die gerechte Verteilung von Almwiesen und Wasser, die den Landwirten im Tal das Überleben sichern. Ein festlicher Höhepunkt jedes Jahr ist der Almabtrieb, bei dem wie im Ort Pettneu den Hirten jedes Jahr für ihre Sorge um die Tiere auf den Almen gedankt wird.

Seit hunderten Jahren werden die Almen über das Zweidrittelgericht bewirtschaftet. Dabei bestimmen die Gemeinden einen Gewalthaber, der sich dann um die Verteilung der Tiere und die Bestellung der Hirten kümmert. Gewalthaber Alfons Falch erzählt von der Schönheit und den Herausforderungen seines Berufs. Zu Wort kommt auch der Hirt Gerhard Egender, der schildert, warum ihn das Leben auf der Alm von klein auf gefesselt hat. Auch mehrere ältere Pettneuer kommen zu Wort, die allesamt als Kinder auf die Nessleralm hinauf haben mussten, entweder, um die Hirten mit Lebensmittel zu versorgen, oder um selbst als Hirterbuben auf der Alm zu arbeiten.

Wesentlich für das wirtschaftliche Überleben in der Region waren der Bahnbau und damit eng verbunden auch der Tourismus. So arbeiten die meisten Menschen im Stanzertal bei der Bahn oder zumindest saisonal in Skischulen oder Hotels beziehungsweise vermieten sie selbst Zimmer, wobei sie sich noch an die Einfachheit der Unterbringung der Gäste in früheren Tagen erinnern können. Historisches Bildmaterial belegt, dass schon vor rund 100 Jahren die meisten Landwirtschaften im Nebenerwerb geführt worden sind, und schon damals die Bauern als Bahnhofsvorsteher oder Bergführer ein Zubrot verdient haben.

Besucht wird auch der Schnapsbrenner Stefan Notdurfter. Seine Obstgärten, die er liebevoll bewirtschaftet, bewässert er mit dem Wasser der Waale, einem uralten Bewässerungssystem, das auch heute noch große Bedeutung für die gerechte Verteilung des Wassers im Tal hat.

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